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      • Die Rettung des Onlinejournalismus (mal wieder)

        09.06.2016

        Krautreporter_logo.svg

        Als im Juni 2014 die Krautreporter ihre Crowdfundingkampagne abschließen konnten, gab es von vielen Seiten ein Aufatmen.

        Relativ knapp hatte man es (auch durch Unterstützung der Augstein Stiftung, die 1000 Mitgliedschaften erwarb) geschafft, das gesetzte Ziel von 15.000 Unterstützer zu erreichen, um ein neuartiges, unabhängiges und werbefreies Onlinemedium zu gewinnen. Als dann im Oktober die ersten Artikel erschienen, war die Euphorie nicht nur bei mir groß.

        Doch bei vielen Mitgliedern wich diese anfängliche Euphorie innerhalb des ersten Jahres und Slogans aus der Crowdfundingkampagne wie „der Onlinejournalismus ist kaputt – wir kriegen das wieder hin“ wirkten rückblickend befremdlich angesichts technischer Probleme der Webseite (gerade auf mobilen Geräten), sinkender Artikelzahlen und schwindender Autoren. Sollte der anfängliche Anspruch, die „Crowd“ (auf die der Name des Onlinemagazins abzielt) mit einzubeziehen tatsächlich an technischen Problemen wie Kommentarfunktionen und einem Mitgliederforum scheitern? Als zu Beginn des 2. Krautreporterjahres Nutzer, die ihre Mitgliedschaft nicht verlängert hatten, aus dem mittlerweile eingerichteten Forum „herauskomplimentiert“ wurden und die Einführung einer Paywall scheinbar ernsthaft erwogen wurde, brachte dies einige Leser ins Grübeln: war das der neue, revolutionäre Onlinejournalismus, den man sich vor über einem Jahr so sehr erhofft hatte?

        Krautreporter gibt es noch, auch ohne Paywall, jedoch ist der anfängliche Autorenstamm von rund 28 Autoren auf ein Kernautorenteam von gefühlt weniger als 10 geschrumpft. Statt den ursprünglichen langen Reportagen sind nun immer wieder Erklärtexte an der Tagesordnung mit Titeln wie „Das bedingungslose Grundeinkommen, verständlich erklärt“ oder „Der Zusammenhang: Warum die Frühstücksmilch gerade so billig ist“.

        Kürzlich hat es das Onlinemagazin allerdings trotz diverser Veränderungen geschafft, Genossenschaftsanteile im Wert von 100.000 Euro an Leser und Interessenten zu vermitteln, sodass in naher Zukunft Krautreporter von einer GmbH in eine Genossenschaft umgewandelt wird. Die Idee, ein unabhängiges Onlinemagazin in die Hände dessen Nutzer zu übergeben klingt plausibel und die taz hat mit ihrem Genossenschaftsmodell bereits bewiesen, dass auch im Bereich des Journalismus diese Gesellschaftsform Perspektiven bietet. Doch betrachtet man die Anzahl der Kommentare unter den Krautreporterartikeln fällt auf, dass diese im niedrigsten zweistelligen Bereich liegen. Sieht so ein Medium aus, welches stark mit dem Begriff der „Community“ jonglierte und sich nun seinen Nutzern übergibt?

         

        Screenshot Video ruthe.de

        Video-Screenshot ruthe.de

        Nun also der nächste Anlauf, den deutschen Onlinejournalismus zu „retten“ bzw. zu revolutionieren.

        Mitte Januar 2016 startete eine weitere Crowdfundingkampagne für eine neue Form des Onlinejournalismus: Perspective Daily. Maren Urner, promovierte Neurowissenschaftlerin und ihre Mitgründer Bernhard Eickenberg – promovierter Physikochemiker – und Han Langeslag – ebenfalls Neuro- und Wirtschaftswissenschaftler – hatten sich zum Ziel gesetzt, ein konstruktives Onlinemedium zu schaffen. Betont wurde immer wieder, dass konstruktiver Journalismus nicht zwangsläufig bedeutet, dass nur über heitere und positive Dinge berichtet wird, sondern vielmehr, dass Perspektiven und Lösungsansätzen aus unterschiedlichen Ländern und Wissenschaftsbereiche aufgezeigt werden, um so Probleme, über die berichtet wird, konstruktiv anzugehen. (Der Hashtag zur Kampagne lautet passenderweise #zeigenwasgeht.)

        Nicht ohne Grund sind zwei der Gründer Neurowissenschaftler, denn ein Grundgedanke von Perspective Daily ist, dass durch die Flut von negativen Nachrichten viele Menschen der Eindruck entstehe, hilflos gegenüber all diesen negativen Meldungen zu sein. Die Vision ist also, durch konstruktive Anregungen den Lesern einen neuen „Antrieb“ zu bieten. (Begleitend zum Onlinemedium wurde daher auch der gemeinnützigen Verein Perspective Daily e.V. gegründet, um sich im Rahmen von unterschiedlichen Formaten konstruktiv mit diversen Themen zu beschäftigen.)

        Der Cartoonist Ralph Ruthe hat die Idee des konstruktiven Journalismus in einem kurzen Werbeclip für Perspective Daily verdeutlicht.

        Neben Ralph Ruthe erfuhr das Projekt weitere prominente Unterstützung, u.a. auch durch Nora Tschirner (welche das Thema im Neo Magazin Royal platzierte) und Klaas Heufer-Umlauf, aber dennoch verlief die Crowdfundingkampagne schleppend. Drei Tage vor Ablauf der Kampagne fehlten noch 6.500 von 12.000 anvisierten Mitgliedern und das Team kündigte an, das Crowdfunding um einen Monat zu verlängern (verbunden mit dem Angebot an bisherige Unterstützung, ihr Geld zurück zu verlangen).

        Schlussendlich sollte sich zeigen, dass diese Entscheidung sehr geschickt war, denn zum Ablauf des verlängerten Zeitraums hatten 12.371 Mitglieder entschlossen Perspective Daily mit einer einjährigen Mitgliedschaft zu unterstützen. Bereits zu Beginn der Kampagne zeigte sich auch, dass man versucht hatte, Lehren aus der Krautreporter-Kampagne zu ziehen. Man gab sich zurückhaltender in Bezug auf Werbesolgens und Finanzierungsziele, gründete in Münster (und nicht im hippen und mutmaßlich teureren Berlin), schaffte durch den ermäßigten Crowdfunding-Preis von 42 € statt 60 € einen zusätzlichen finanziellen Anreiz, wartete mit bekannten Gastautoren (nahezu allesamt aus dem Wissenschaftlichen Bereich) auf und setzte von Anfang an Themenschwerpunkte, eine Vorschau des Konzeptes und der Webseite mitsamt ihren Funktionen.

        In den kommenden Wochen soll Perspective Daily nun an den Start gehen (natürlich – wie sich das gehört für eine Crowdfundingkampagne – leicht verspätet; ursprünglich war Ende Mai als Start terminiert worden). Bis dahin können auch noch Mitgliedschaften zum ermäßigten Preis von 3,50 € statt 5 € pro Monat erworben werden, wodurch es geglückt ist, zusätzlich rund 2.000 Mitglieder zu gewinnen. Ein weiterer schlauer Schachzug: Nach dem ersten Jahr bleibt der ermäßigte Preis für die Erstunterstützer bestehen (Stichwort: Kundenbindung).

        Ob das Projekt Perspective Daily den Onlinejournalismus (erneut) revolutionieren wird? Es bleibt abzuwarten, doch das niederländische Onlinemagazin De Correspondent, welches sowohl Krautreporter als auch Perspective Daily als Vorbild diente, scheint sich in der niederländischen Medienlandschaft etabliert zu haben. Doch ein Unterschied zu den deutschen Crowdfunding-Onlineplattformen wird deutlich: De Correspondent startete mit einer äußerst erfolgreichen Crowdfundingkampagne, sammelte innerhalb von 8 Tagen rund 1 Millionen € von 15.000 Unterstützern und nahm bereits Ende 2013 den Betrieb ihre Onlineplattform auf.

        Es bleibt zu hoffen, dass auch die beiden oben vorgestellten Medien ein solcher langfristiger Erfolg (wieder) beschert wird.

          Gospel, Blues und noch ein wenig mehr …

          26.05.2014

          Rusty Cage mischt recht viele Genres, neben Gospel und Blues versucht er sich auch immer wieder im Rap (mit akustischer Gitarren-Klavier-Untermahlung), Folk und Rock – und das mit Erfolg!
          Blues, Gospels, and Whathaveyous ist sein erstes – im September 2011 veröffentlichtes – Album und auf Bandcamp erhältlich. Rusty pflegt sein Grufti / Anti-Christ-Image regelmäßig und erlangte mit seinem Video „The Knife-Game“ vermutlich bislang die meiste Aufmerksamkeit.
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            Online-Journalismus mal anders

            25.05.2014

            Krautreporter from Krautreporter on Vimeo.

            Krautreporter ist ein tägliches Magazin für die Geschichten hinter den Nachrichten. Werbefrei, gemacht für das Internet, gegründet von seinen Lesern.

            Man wäre das toll, wenn das was wird…
            Auch wenn das Video etwas pathetisch anmutet und idealistisch klingt, bei so mancher Online-Schlagzeile kann ich den Antrieb der Krautreporter verstehen.
            Denn die Jungs und Mädels von Krautreporter.de haben das ambitionierte Ziel, den Online-Journalismus zu revolutionieren. Wenn 15.000 Personen die Aktion unterstützen wird das Projekt realisiert. Momentan verbleiben noch 19 Tage und es fehlen noch rund 10.000 Unterstützer.
            Ich drücke die Daumen…
            Worum es bei dem Projekt geht erklärt auch ZAPP sehr anschaulich.

              Brennt in den Ohren: Das Album Breaking The Keys von Ben Knight

              04.11.2013

              Ich rolle das Feld meiner Bandcamp-Funde mal von hinten auf 🙂

              Gefunden habe ich die Songs von Ben Knight über Patreon (auch darüber muss ich irgendwann unbedingt nochmal berichten). Seine erste veröffentliche EP hat er sich mit Pianounterricht und Straßen-Gigs finanziert, was man der Platte allerdings nicht anmerkt. Sie fetzt und die Aufnahmequalität ist nicht zu verachten. Weiterlesen »

                Bandcamp – Musikvermarktung mal anders

                04.11.2013

                 

                Bildschirmfoto vom 2013-11-04 01:32:05 Bildschirmfoto-vom-2013-11-04-013205

                Eins vorweg: Ich liebe diese Plattform mittlerweile und wollte meine Begeisterung diesbezüglich teilen. Dieser Beitrag wird also voll des überschwenglichen Lobes sein. Also nicht dran stören 🙂

                Bandcamp – was ist das?

                Bandcamp ist eine vom ehemaligen Yahoo-Mitarbeiter Ethan Diamond 2008 gegründete Musikplattform, die es Musikgruppen erlaubt, ihre Werke (aus meiner Sicht) relativ unkompliziert und aus Konsumentensicht zu attraktiven Preisen zu verteiben. Die Musikgruppen können wählen ob sie einzelne Titel oder gar ganze Alben kostenlos, zu einem Fest- oder Mindestpreis anbieten oder die Käufer selbst über den Preis entscheiden lassen. Dabei können sowohl digitale als auch physikalische Kopien verkauft werden.

                Das Name-Your-Price-Modell hat oftmals den Effekt, das begeisterte Fans durchaus auch mal mehr als den Standard-1-US$ zahlen. Praktisch aus Konsumentensicht ist auch, dass die Versandkosten für CDs aus den Staaten sehr niedrig sind (etwa 3-4€ für eine oder mehrere CDs – Lieferzeit meist 2-3 Wochen).

                Was gibt’s da so?

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