Den folgenden Testbericht habe ich für androidpit.de geschrieben. Er konnte leider nicht veröffentlicht werden, daher will ich ihn zumindest hier einstellen. Weitere Testberichte für androidpit werden noch folgen.

Getestete Version: 1.0.9

Kurzbeschreibung

‚Gib mir doch mal schnell ein A‘ – egal ob im Probenraum, am Lagerfeuer oder bei einer spontanen Jamsession – gemeinsames Musizieren klingt meist harmonischer, wenn alle beteiligten Instrumente korrekt gestimmt sind. gStrings free ermöglicht es euch, euer Instrument im Handumdrehen zu stimmen, bietet hierbei auch etliche Funktionen für gehobene Ansprüche und ist durchaus nicht nur für Gitarristen interessant.

Funktionen und Nutzen

Testgeräte: Samsung Galaxy Tab GT-P1000 und Motorola Fipout Android-Version: 2.2 bzw. 2.1

Nach dem Start von gStrings free befindet man sich sogleich in der ‚Stimmansicht‘. Diese ist übersichtlich strukturiert und intuitiv zu bedienen (obgleich die Benutzeroberfläche auf Englisch ist).

Mit dem Button Tune Auto startest Du den Stimmvorgang, wobei gStrings automatisch erkennt, welchen Ton Du gerade spielt. Dies wird Dir mittels einer Nadel auf der Skala in der Mitte der Programmansicht angezeigt. Sobald der Ton korrekt ist, verändert sich die Farbe der Frequenzanzeige.

Wenn es während des Stimmvorgangs um Dich herum sehr laut ist, beziehungsweise der Ton, den Du spielst nicht eindeutig erkannt wird (weil beispielsweise andere Seiten mitschwingen o.ä.), dann kannst Du auch im oberen Bereich der Programmanzeige einen spezifischen Ton auswählen und auf Tune ‚e‘ drücken. Dadurch wird nur die Frequenz des ausgewählten Tons berücksichtigt und es fällt leichter, diesen zu korrigieren.

Es ist auch möglich, sich den Ton vorspielen zu lassen, um beispielsweise nach Gehör zu stimmen.

Dies waren zunächst einmal die wichtigsten Funktionen, die gStrings bietet. Dadurch, dass gStrings eine sehr detaillierte Anzeige besitzt, ist es sehr komfortabel damit zu stimmen. Wer jedoch davon ausgeht, dass das bereits alles war, was gStrings kann, irrt sich.

In den Einstellungen lässt sich das Programm feinjustieren und auf die persönlichen Bedürfnisse anpassen.

Zu den ‚Basic‘-Einstellungen zählen die Feinjustierung der Mikrofonempfindlichkeit, die Möglichkeit, den optimalen Frequenzbereich für das zu stimmende Instrument auszuwählen (ob nun Kontrabass, Gitarre, Ukulele oder Geige) und auch die Auswahl der Oktave, in der Töne wiedergegeben werden (für den optimalen Vergleich beim Stimmen nach Gehör).

Doch damit nicht genug. Wer möchte, kann die Höhe des Kammertons A einstellen, um beispielsweise die Stimmung eines Klaviers zu prüfen (welche meist auf 442 Hz gestimmt sind im Gegensatz zu beispielsweise Gitarren, die man meist auf 440Hz stimmt). Und wer statt der typischen, so genannten ‚wohltemperierten Stimmung‘ eher die ‚Werkmeister-Stimmung‘ bevorzugt oder seine ‚Great Highland Bagpipes‘ stimmen möchte, der wird sich an der Vielzahl der Einstellungsmöglichkeiten im ‚Advanced‘-Bereich erfreuen.

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass auch die Frequenzanzeige noch feinjustierbar ist und auch die Notenbenennung auf die persönlichen Präferenzen angepasst werden kann. Möglich sind hier das englische, europäische und südeuropäische Schema.

Fazit: gStrings free ist ein umfangreicher chromatischer Tuner, der auch hohen Ansprüchen gewachsen ist. Zugleich ist das Programm jedoch übersichtlich und intuitiv zu bedienen. Eine Empfehlung von mir für jeden Musiker, denn sein Handy hat man eigentlich immer dabei und dank gStrings nun auch ein Stimmgerät.

Bildschirm und Bedienung

Die Anordnung der Bildschirmelemente ändert sich mit der Displayorientierung. Dadurch war das Programm sowohl auf dem kleinen Querformat-Display meines Motorola Flipouts als auch auf dem des Galaxy Tabs gut zu bedienen.

Die Oberfläche ist ansprechend und zugleich gut zu erkennen. Die Farben der Anzeige lassen sich über sieben vorinstallierte Skins verändern. Weitere Skins sind jedoch nicht verfügbar. Bei den Skins dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Jedoch ist es auch einfach praktisch, dass man – beispielsweise bei schlechten Lichtverhältnissen – auf ein helleres Farbthema als den Standard-Skin, welcher in Grau und Orange gehalten ist, zurückgreifen kann.

Speed & Stabilität

Auf den beiden Testgeräten (mit 720Mhz, bzw. 1Ghz Prozessor) lief die Anwendung sehr flüssig und ohne Probleme.

Preis / Leistung

gStrings free ist werbefinanziert (daher benötigt das Programm auch Zugriffsrechte für das Internet) und daher kostenlos erhältlich. Die Werbung ist nicht störend platziert und schränkt die Funktion des Programms somit nicht ein. Wer die Entwickler unterstützen möchte (oder die Werbung nicht mehr sehen möchte), kann sich für 1€ die werbefreie Version von gStrings kaufen. Der Funktionsumfang ist jedoch bei beiden Versionen gleich.

Wertung

Funktion 5/5 Bildschirm 4/5 Speed 4/5 Preis 5/5

 

Screenshots

Die Screenshots wurden auf dem Samsung Galaxy Tab erstellt.